Königssee mit Hund (en) Teil I

 Jodeln auf dem Grünstein, Brotzeit auf der Alm, Gipfelbesteigung in schwindelnder Höhe, pfeifende Murmeltiere und Wasserfälle in einer fantastischen Landschaft. 

Das alles und noch viel mehr bietet der Königssee und das Berchtesgadener Land unternehmungslustigen Zwei- und Vierbeinern. Dank www.fewo-direkt.com und dem Magazin www.partner-hund.de, durften wir uns auf den Weg machen, um die malerischen Berge rund um den Königssee zu erkunden. Staunt und wandert mit uns! Hier geht´s zum ersten Teil unserer spannenden Entdeckungstour: 

Könogssee bearbeitet

– Königssee

Der Königssee in Schönau, eine touristische Perle inmitten einer wunderschönen Berglandschaft. Ich habe schon viel von ihm gehört. Der sauberste See Deutschlands soll er sein, magisch anziehend und atemberaubend schön. Der ideale Ort um Urlaub zu machen, zu wandern oder einfach nur die Seele baumeln zu lassen. 

Aber ist diese Oase auch mit Hund(en) empfehlenswert?

Unsere Anforderungen sind hoch. Neben einer hundefreundlichen Unterkunft wünschen wir uns für den perfekten Urlaub auch eine hundefreundliche Umgebung mit Freilaufmöglichkeiten, Einkehrmöglichkeiten, Bademöglichkeiten und Spaziermöglichkeiten für den kleinen Gassigang  zwischendurch. Kurzum, wir möchten mit unseren Hunden nicht nur geduldet sein, sondern uns willkommen fühlen. Ob Schönau diese Anforderungen erfüllen kann? Wir werden es eine Woche lang testen.

Hoch vom Norden kommen wir her

Wir, das sind mein Mann Thorsten, der oft mit mir durch die Gegend läuft und glücklicherweise (zwangsläufig) meine Liebe zu Hunden teilt. Hedda, unsere 6 Jahre alte Jack-Russel-Shih-Tzu-Chihuahua-Mix-Dame, die mich seinerzeit aus Verzweiflung dazu bewogen hat, ein Tierpsychologiestudium zu absolvieren. Unser Neuzugang Jack, ein ca. 2 jähriger, fröhlicher und etwas ungestümer Border Colli aus dem Tierschutz. Und natürlich Ich, Inga. Mehr über bunt gemixtes Rudel erfährst du (wenn du willst) hier: DAS SIND WIR

 

Hügelbild

 

Flachlandindianer in den Alpen

Normalerweise schreibe ich ja überwiegend über Schleswig-Holstein, weil das unsere Heimat ist, und der Ort, wo wir die meiste Zeit verbringen. „Berge“ gibt es hier zwar auch, aber die höchste Erhebung der Schleswig-Holsteiner, ist und bleibt nun mal der Bungsberg mit 167,4 m Höhe. Eine Lachnummer für  jeden Alpenwanderer. Daher ist es unser persönliches Ziel, einen Gipfel zu erklimmen der über der 1000 m Marke liegt. Ein Schelm ist wer denkt, wir  wollten damit zu Hause angeben….

Unsere traumhafte Unterkunft

Wir haben Glück, denn uns wurde eine schöne Unterkunft von FeWo-direkt home away gestellt. Sie befindet sich auf dem Grundstück des Landhauses Eberbichl (www.landhaus-eberbichl.de), einem ehemaligen Adelssitz, in einem allein stehenden Ferienhaus.  Das Landhaus Eberbichl  und das Ferienhaus wurden mit viel Hingabe von den Eigentümern restauriert und umgebaut. Ein Lebenstraum, wie uns die nette Frau Reiter erklärt.

Eberbichl bearbeitet

-Landhaus Eberbichl -Gartenansicht

Das Ferienhaus befindet sich direkt neben dem Haupthaus. In den oberen Stockwerken, wurden zwei Ferienwohnungen mit viel Liebe zum Detail eingerichtet.

Ferienhaus

-Das Ferienhaus mit den beiden Ferienwohnungen

Jede Wohnung hat einen separaten Eingang mit einem typisch bayrischen  Balkon. Im Erdgeschoß steht den Gästen ein gemeinsamer Aufenthaltsraum und ein kleiner Fitnessraum zur Verfügung. Das Ferienhaus ist umgeben von einem liebevoll angelegten Garten in einer großen, parkähnlichen Anlage, welche direkt an einem Wald grenzt. Der Garten ist für Feriengäste komplett  nutzbar. Sitz und Liegemöglichkeiten sind ausreichend vorhanden. Vor dem  Haus führtein Steig hoch in den Wald. Folgt man diesem, landet man am  Ende des idyllischen Gartens und hat von dort aus bei guter Sicht, einen grandiosen Blick auf den Watzmann. Für Genießer hat Frau Reiter genau dort eine Bank zum Verweilen aufgestellt. Ideal  für die  kleine Gassirunde am  Morgen oder am Abend. Das Ferienhaus befindet sich direkt neben dem Haupthaus. In den oberen Stockwerken, wurden zwei Ferienwohnungen mit viel Liebe zum Detail eingerichtet.

Am Ende des Gartens - Blick auf den Watzmann II

-Blick auf den Watzmann, vom Ende des Gartens

Für Mensch und Hund ein Paradies. Allerdings ist der riesige Garten nicht eingezäunt und eine Heuraufe für Rehe verrät, das auch Waldbesucher gerne mal vorbeischauen, um sich eine Gratismahlzeit zu genehmigen oder um aus einen der Teiche zu trinken. Es ist daher ratsam, jagende Hunde an der Schleppleine zu halten. Ansonsten bietet der Garten viel Platz zum Spielen, Toben oder Trainieren. 

Hedda Garten

-Spannung

HEdda Futterbeutel

-Futterbeutel Suche

Hedda Büttel

-Stolz wie Harro

Unsere Ferienhaus ist genauso wie ich mir ein romantisch, idyllisch, bayrisches Haus vorgestellt habe. Blumenkästen an den Fenstern und grüne Fensterläden die mit einem roten Herz verziert sind. Unser Balkon hat drei Ausguck Löcher in Bodennähe, die extra für Hunde dort eingearbeitet wurden, damit diese rausgucken können. Hedda und Jack finden es klasse. 

Balkonauskuck

-Hedda und Jack haben alles im Blick

Die Wohnung ist zwar klein, dafür urgemütlich und mit sehr viel Liebe zum Detail eingerichtet. Neben einem Willkommenswein und einem Obstteller erwartet uns ein komplett gefüllter Kühlschrank, Hundeschüsseln (aus Porzellan), zwei Körbchen inklusive Decken, Hundehandtücher, Kottüten und Zahnreinigungsknochen. Frau Reiter, die Eigentümerin, ist unglaublich freundlich und zuvorkommend. Selbst „Jack“ unser Chaot, der Frau Reiter vor Begeisterung gleich um den Hals fallen will, wird hier so akzeptiert wie er ist. Es fehlt an nichts und wir fühlen uns tatsächlich von Anfang an willkommen und herzlich aufgenommen. 

Die Umgebung

Unser Urlaubsdomizil befindet sich zwischen Berchtesgaden und Schönau am Königssee. Beides ist zu Fuß in ca. 30 Minuten gut zu erreichen.

Königsseer Fußweg

-Königsseer Fußweg

Es gibt einen Königsseer Fußweg parallel zur Hauptstraße der an einem Bach, der Königsseer Ache, entlang führt und beide Ortschaften miteinander verbindet. Für Hund und Halter ideal.  

Der Königssee + ein Spontanbesuch zum Grünsteingipfel 

Wir wollen uns einen Überblick verschaffen und starten eine kleine Tour Richtung Königssee. Dabei werden wir gleich eine Teilstrecke des Königseer Wanderweges erkunden. Diese ist wirklich nett zu laufen und eine tolle Alternative zur Hauptstraße. Hunde unter 50 cm dürfen ohne Leine laufen. Kurz vor dem Königssee werde ich etwas skeptisch. Der große Parkplatz auf dem bereits etliche Reisebusse stehen lässt ahnen, dass wir nicht alleine sein werden. Mutig gehen wir dennoch weiter und blicken schließlich auf den Königssee. Wow, er ist schön  und zu Recht eine der Touristenattraktionen im Berchtesgadener Land. Ich versuche die Menschen um mich herum auszublenden und gebe mich dieser idyllischen Magie hin, die dieser smaragdgrüne See in der Tat ausstrahlt.

Keine Frage, hier hat die Natur ein Meisterwerk vollbracht. 

Es herrscht ein reges Treiben am Königssee. Jede Menge Verkaufsläden geben Ihre Waren zum Besten, während elektrische Boote im Viertelstundentakt die Wallfahrtskirche St. Bartolomä mit ihren weinroten Zwiebeltürmchen aus dem 17. Jahrhundert und den Ort Salet ansteuern.

Königsse mit boot

Von beiden Stationen führen jede Menge Wanderstrecken durch die Berchtesgadener Alpen. Hunde dürfen für Euro 3,- mit an Bord. Um dem Trubel zu entkommen, verlassen wir das Zentrum und laufen am rechten Ufer entlang über eine überdachte Holzbrücke. Hier hat der badefreudige Hund durchaus mal die Möglichkeit ins kühle Nass zu springen. Wir folgen einem Weg, bis wir auf eine Straße treffen, die zu einer Bobbahn führt. Interessant, das muss ich mir mal aus der Nähe anschauen. Beeindruckend, diese Kanäle durch die die todesmutigen Fahrer in ihren Bobs gejagt werden.

Weg zum Grünstein

Am Ende der Bahn, zeigt ein Wegweiser den Weg zu einem Grünstein Klettersteig an. Ich kann meinen Mann überzeugen, dass wir dorthin laufen, um zu schauen was sich dahinter verbirgt. Er ist es gewohnt, dass ich immer um die nächste Ecke gucken muss, was uns bereits tolle Einblicke und Touren verschafft hat und die Hunde sind sowieso auf meiner Seite, daher sind Einwände sowieso zwecklos. 

Wenn man „nur mal kurz“ spazieren gehen möchte…

Anstiege und vor allem die Länge die ein Anstieg dauern kann, sind für uns Nordlichter kaum zu erahnen, da wir ja derlei Vergleiche aus unserer Region nicht kennen. Um es kurz zu machen. Dieser Anstieg ist unglaublich steil und anstrengend. Wir schwitzen und wir spüren unsere Waden, die so stark pulsieren, dass Angst entsteht, sie könnten platzen. Aber irgendwann haben selbst wir den gewünschten Punkt erreicht und freuen uns über eine Pause. Am Steig selber steht eine Infotafel für Kletterer und eine Abzweigung führt zu den Felswänden und wackeligen Hängebrücken, die es zu überwinden gilt. Da ab hier Helmpflicht besteht, dürfen wir nicht weiter.

Kletterer

Passanten erzählen uns aber von der Grünsteinhütte weiter oben und weil ich neugierig bin, locke ich Thorsten mit der Aussicht auf ein kühles Bier weiter. Also los, ein Indianer kennt keinen Schmerz und ein Flachlandindianer wie wir, schon gar nicht. Der weitere Anstieg verläuft schattig im Wald und der Weg eröffnet uns eindrucksvolle Blicke auf die schroffen Felsenabbrüche der Grünstein Südwand. 

Hedda auf Fels

– Bergziege Hedda

Die Hunde haben ihren Spaß und zeigen im Gegensatz zu uns, keinerlei Ermüdungserscheinungen. Jack rennt die Wege rauf und runter und ist völlig aus dem Häuschen. Wir nehmen ihn schließlich an die Leine.

Hedda u Jach

Nach unzähligen Stufen und vielen engen Serpentinen stoßen wir schließlich auf eine Abzweigung, die uns rechts nach wenigen Minuten zur heiß ersehnten Grünsteinhütte führt. Von hier aus hat man einen interessanten Tiefblick zum Königssee. Aber die eigentliche Belohnung für uns, ist die  Pause in Zusammenhang mit einem zischenden Kaltgetränk und einer Brotzeit. 

Toddy + Hedda

Bald fällt mir auf, dass der Gipfel nicht weit von der Hütte entfernt ist. Thorsten und unsere Hündin Hedda ignorieren gekonnt diese Feststellung, so dass ich mir Jack schnappe, der zum Glück immer Lust auf ein Abenteuer hat. Nochmal alle Kräfte zusammen nehmen und dann ist es auch schon vollbracht. Geschafft!!! Der Grünstein in 1304 m Höhe, wird auch als kleiner Bruder des Watzmanns bezeichnet und WIR haben ihn bezwungen. Ich  möchte mein Stolz laut ins Tal jodeln, aber auch hier sind wir nicht alleine. (Wo waren die ganzen Menschen beim Aufstieg?) Macht aber nichts.

jack am gipfel

So jodel ich halt ganz leise und freue mich, auch wenn das Wetter nicht so mitmacht und mir die Sicht ins Tal mit Wolken verhängt. Ich erahne einfach die sicherlich grandiose Aussicht. Schließlich habe ich meinen ersten Gipfel über 1000m erreicht, das lass ich mir von Kleinigkeiten doch nicht vermiesen. Mit stolz geschwellter Brust schreiten Jack und ich zurück zur Grünsteinhütte, wo unsere Zwei- und Vierbeinigen besseren Hälften immer noch geduldig auf uns warten. 

So jodel ich halt ganz leise und freue mich, auch wenn das Wetter nicht so mitmacht und mir die Sicht ins Tal mit Wolken verhängt. Ich erahne einfach die sicherlich grandiose Aussicht. Schließlich habe ich meinen ersten Gipfel über 1000m erreicht, das lass ich mir von Kleinigkeiten doch nicht vermiesen. Mit stolz geschwellter Brust schreiten Jack und ich zurück zur Grünsteinhütte, wo unsere Zwei- und Vierbeinigen besseren Hälften immer noch geduldig auf uns warten. 

Der Abstieg ist relativ leicht und unbeschwerlich. Allerdings melden sich meine Knie zu Wort und protestieren lautstark. Doch jammern gilt nicht und ich freue mich lieber, dass sich Jack super an der Leine verhält und achtsam die steilen Treppenstufen hinab läuft. Mit einem  ziehenden Hund und Jack tut das eigentlich recht gern, kann das echt gefährlich werden. 

abstieg

Hedda darf frei laufen und trabt artig neben uns her. Der Rest ist Routine.

Als wir wieder in unserer Ferienwohnung angekommen sind, zeigt der Schrittzähler ganze  27.569 Schritte und insgesamt 18 gelaufene km an.

Fazit: Schön war es und anstrengend mit viel Bergauf und steilen Wegen. Die Hunde hatten ihren Spaß und durften passagenweise auch frei laufen. Selbstverständlich haben wir sie jedes Mal ran gerufen, wenn uns Passanten entgegen kamen. 

Weitere praktische Tipps + Infos erhälst du am Ende von Teil III Königssee – mit Hund(en) in den Alpen Teil III

 

5 Gedanken zu „Königssee mit Hund (en) Teil I

  1. Pingback: Rund um den Königssee - mit Hund(en) in den Alpen Teil III - travel-dogs.de

  2. Anni

    Hallo Inga,
    der Artikel ist wirklich schön geschrieben und sehr unterhaltsam, danke! Du machst einem die Gegend sehr schmackhaft und vielleicht schaffen mein Hund Alex und ich es ja auch mal dort hin. Denn es klingt auf jeden Fall sehr toll!
    Viele Grüße
    Anni

    Antworten
    1. travel-dogs.de Beitragsautor

      Hi Anni,
      das freut mich zu hören. Und ja, es ist wirklich zu empfehlen und landschaftlich einmalig schön. Wir haben jeden Tag genossen und längst noch nicht alles gesehen. Solltet ihr mal hinfahren, freue ich mich auf jeden Fall schon jetzt auf deinen Bericht.

      Lieben Gruß
      Inga

      Antworten
  3. Sandra Gerstemeier

    Hallo Inga das hört sich alles ganz toll an….aber eine frage hätte ich kann man mit den Hunden auch zusammen im Königssee schwimmen gehen?warscheinlich nicht bei dem ganzen Trubel…. wir wollen im Juli dorthin und ich habe Angst dass es zu warm ist für unseren Appenzeller-Mix Timba .danke für den tollen Einblick

    Antworten
    1. travel-dogs.de Beitragsautor

      Hallo liebe Sandra, der Königssee ist schon ein Hotspot. Da er fjordähnlich von Gebirge umgeben ist, gibt es auch nicht viele Ufer zum baden. Wir sind damals von Schönau kommend, rechts am Ufer entlang (Richtung Rodelbahn+Grünstein). Dort war nicht so viel los und zumindest der Hund konnte mal ins Wasser. Uns war es da noch zu kühl. Wie es sich im Sommer dort verhält, kann ich Dir leider nicht sagen. Vielleicht magst Du mir ein Feedback geben? Würde mich sehr interessieren. Ich wünsch euch viel Spaß und einen tollen Urlaub in einer der schönsten Ecken Deutschlands. Lieben Gruß Inga

      Antworten

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